Jahreshauptversammlung 2018 mit Neuwahlen

 

Vogelschützer blicken auf ereignisreiches Jahr zurück

Wo sind Wiedehopf- und Wendehals?

Vorstandschaft bis auf Schriftführer komplett

 

Die Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Roth-Schwabach des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) stand im Zeichen der Vorstandschaftswahl. Birgitt Hirscheider berichtete über die Naturschutzjugend (NAJU) und stellte die Kindergruppen vor. Klaus Brünner bekam für die Leitung des Wiedehopf- und Wendehalsprojekts eine künstlerische Zeichnung überreicht. Die Ehrung langjähriger Mitglieder rundete die Versammlung ab (s. eigener Bericht).

 

Stellvertretender Kreisvorsitzender Hubertus Scholz führte anstelle des erkrankten Kreisvorsitzenden Ruppert Zeiner durch die Jahreshauptversammlung.

LBV Landesvorsitzender Norbert Schäffer beklagte in seinem Grußwort den zunehmenden Artenschwund von Vögeln und Insekten innerhalb der letzten 50 Jahre auf nur noch die Hälfte.

Im Jahresrückblick zeigte Hubertus Scholz die wichtigsten Aktionen auf.

Bei den 12 Amphibienrettungsstellen im Landkreis konnten über 16.000 Tiere sicher in ihr Laichgewässer gebracht werden. Die Untertunnelung der Staatsstraße bei Tiefenbach hat sich bestens bewährt. Fast 1.000 Tiere konnten dort nachweislich sicher die Straße unterqueren. Mit über 8.000 Tieren findet die größte Wanderung der Amphibien zwischen Barthelmesaurach und Mildach statt.

Bei der LBV Bezirksversammlung konnte den Vertretern der mittelfränkischen Kreisgruppen die Huteichen bei Eysölden gezeigt werden. Sie gehören zu dem Alteichenprojekt, das die Kreisgruppe mit dem Landschaftspflegeverband Mittelfranken seit zwei Jahren betreibt.

Vor den zwei Mitgliederversammlungen wurde einmal die Sandgrube bei Altenfelden und zum anderen der Golfplatz bei Abenberg begangen. Für die Sandgrube Altenfelden hat der LBV den Nießbrauch. Zum Erhalt des Sonnentaus werden dort in Absprache mit den zuständigen Ämtern einige Bäume entnommen.

Der Mauersegler-Workshop fand wieder in der LBV Umweltstation Rothsee statt. Klaus Bäuerlein hat beim Gebäuderbrüterschutz Kontakte zu anderen bayerischen Landkreisen und Städten und neuerdings auch zur Universität in Siegen hergestellt. Im Schloß Ratibor in Roth kann mit der Webcam wieder das Brutgeschehen der Mauersegler beobachtet werden.

Antje Bölt verstärkt im nördlichen Landkreis den Arbeitskreis Fledermausschutz. Ihr gelang in Roth der Erstnachweis einer Zweifarb-Fledermaus.

Am LBV-eigenen Stadelweiher bei Kleinabenberg dokumentieren Michael Stengl und Armin Jonik die Aktivitäten des Bibers.

Für das Wiedehopf- und Wendehalsprojekt unter Leitung von Klaus Brünner gab es den Umweltförderpreis der Stadt Schwabach. „Die Kreisgruppe würde gerne erfahren, wo heuer Wiedehöpfe und Wendehälse beobachtet werden“, rief Scholz die Mitglieder zum Beobachten auf.

Nach wie vor ist die Landschaftspflege des Biotopverbunds Hilpoltstein sehr arbeitsintensiv. Mit der Seilwinde am Traktor von Erhard Korzer wird das Herausziehen des Mähguts auf einer Plane aber vereinfacht. Anfang des Jahres konnte die Kreisgruppe einen Erlenbruchwald erwerben, der die wertvolle Feuchtfläche bei der Lochmühle abrundet.

Birgitt Hirscheider berichtete als Bezirksjugendleiterin von Mittelfranken über die Historie, und die Organisation der NAJU Kinder- und Jugendgruppen. Bayernweit gibt es 130 dieser Gruppen. Von den 12 in Mittelfranken gibt es eine in Allersberg, die Hirscheider selbst leitet, zwei in Hilpoltstein und eine in Spalt. In Seminaren, Zeltlagern, und bei Aktionstagen werden die Kinder spielerisch an die Zusammenhänge in der Natur herangeführt.

Der Kassenbericht von Erhard Korzer fiel wie gewohnt zur Zufriedenheit aus. Von dem Betrag der Haus- und Straßensammlung wird der Umweltstation Rothsee wieder ein größerer Betrag bereitgestellt.

Bei der Wahl der Vorstandschaft gab es einen Wehrmutstropfen. Ekkehard Wagner der vor genau zwei Jahren sich bereit erklärt hatte, den Posten des Schriftführers zu übernehmen,  kandidierte aus privaten Gründen nicht mehr, was seine Vorstandschaftskollegen sehr bedauerten. Scholz dankte ihm mit einer Flasche Wiedehopfwein aus Österreicht für seine zuverlässige Arbeit. So gab es dann keine große Veränderung bei der Wahl: Ruppert Zeiner wurde zum Kreisvorsitzenden, Hubertus Scholz zu seinem Stellvertreter, Erhard Korzer zum Kassier, Birgitt Hirscheider zur Jugendbeauftragten, Markus Reitlinger und Philipp Weinhardt zu Kassenprüfern gewählt. Neben Armin Jonik ist als Beisitzerin neu dabei Anita Schäffer. Die Delegierten der Kreisgruppe sind Klaus Bäuerlein, Antje Bölt, Armin Jonik, Susanna Korber, Erhard Korzer, Klaus Reitmayer, Armin Roder und Michael Stengl. Als Stellvertreter wurden Werner Harzer, Birgitt Hirscheider, Anita Schäffer, Brigitte Stengl und Philipp Weinhardt gewählt.

Insgesamt 58 Mitglieder wurden für 50-, 40-, 30-, 20- oder 10-jährige Zugehörigkeit zum LBV mit Urkunde und Ehrennadel geehrt.

 

 

Vorstandschaft (in Abwesenheit des erkrankten Vorsitzenden Ruppert Zeiner) mit Delegierten, Foto: Ekkehard Wagner
Von links nach rechts, hintere Reihe: Philipp Weinhardt, Erhard Korzer, Klaus Bäuerlein, Werner Harzer, Klaus Reitmayer, Michael Stengl, Hubertus Scholz
Von links nach rechts, vordere Reihe: Birgitt Hirscheider, Anita Schäffer, Antje Bölt, Brigitte Stengl
Vorstandschaft (in Abwesenheit des erkrankten Vorsitzenden Ruppert Zeiner) mit Delegierten, Foto: Ekkehard Wagner
Von links nach rechts, hintere Reihe: Philipp Weinhardt, Erhard Korzer, Klaus Bäuerlein, Werner Harzer, Klaus Reitmayer, Michael Stengl, Hubertus Scholz
Von links nach rechts, vordere Reihe: Birgitt Hirscheider, Anita Schäffer, Antje Bölt, Brigitte Stengl
LBV-Vorsitzender Dr. Norbert Schäffer (rechts hinten) mit den anwesenden langjährigen Mitgliedern. Für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurde Karl-Heinz Pöllet (rechts vorne). Foto: Ekkehard Wagner
LBV-Vorsitzender Dr. Norbert Schäffer (rechts hinten) mit den anwesenden langjährigen Mitgliedern. Für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurde Karl-Heinz Pöllet (rechts vorne). Foto: Ekkehard Wagner

Wo entspringt die Kleine Roth?

Erste Exkursion anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der gemeinsamen Ortsgruppe Heideck von BN und LBV

Sonntag, 21. Januar 2018:

Wo sind die Quellen der Kleinen Roth? Diese Frage wollte Karl-Heinz Neuner den Teilnehmern der traditionellen Winterwanderung der gemeinsamen Ortsgruppe Heideck von Bund Naturschutz und Landesbund für Vogelschutz beantworten. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens ihrer Ortsgruppe in diesem Jahr, bieten die Naturschützer statt einer Festveranstaltung mehrere Exkursionen an.

 

Bei der Begrüßung der zahlreich erschienen Teilnehmer durch Ortsgruppenvorsitzenden Ruppert Zeiner am Sonntagnachmittag setzte ein Schneetreiben ein, das einer Winterwanderung alle Ehre machte. Die Kleine Roth hat zwei Quellbäche und zahlreiche Quellen, die zwischen Liebenstadt, Mannholz und dem Nordwesthang des Schloßberges entspringen. Vom Weiher westlich von Liebenstadt führte Karl-Heinz Neuner die Gruppe zunächst in südliche Richtung. „Für mich führt der längste Quellbach zur Quelle der Kleinen Roth", definierte Neuner sein Ziel. Doch wo mag dies nur sein? Unterwegs entstanden interessante Diskussionen mit Einheimischen, die sich noch an Ausflüge mit ihren Lehrern dorthin erinnerten. Auch für die Deutung des Namens gab es mehrere Erklärungsversuche. Entweder könnte der Name auf die rote Farbe des Sandsteins hinweisen, wo die Quellen entspringen. Oder darauf, dass sie östlich von Oberrödel in die Roth mündet, die dann auch durch Roth fließt. Auf den verschneiten Fluren entdeckten die Wanderer verschiedene Tierspuren, die Neuner anschaulich zu erklären wusste.

 

„Die alte Heerstraße führt von Haag auf der West- und Nordseite um den Schloßberg und dann geradeaus auf Heideck zu", berichtete Kreisheimatpflegerin Evi Schultheiß. Wenige Meter westlich dieser alten Heerstraße, am Westrand des Schlossbergs, liegt ein kleines Quellgebiet. Für Neuner reicht aber der Quellbach noch etwas weiter hangaufwärts. „Und dort ist für mich die Quelle der Kleinen Roth“, begründete er seine Behauptung. Er hatte nämlich zuvor die Längen der Quellbäche aus der topografischen Karte heraus gemessen. „Das sind 30 Meter mehr als zu den Weihern bei Mannholz, wo der andere Quellbach entspringt", erklärte Neuner. Dies führte aber wieder zu Zweifeln und Diskussionen in der Gruppe. Auf dem Rückweg durch den Schluchtenwald gelangten die Wanderer zu einer malerischen Quelle, die aus dem Sandstein entspringt. Dies war nun für einige die richtige Quelle der Kleinen Roth. Ist diese Stelle doch auch als Quelle in der topografischen Karte verzeichnet. So hat der Ursprung der Kleinen Roth nach wie vor mehrere Quellen.

Dr. Karl-Heinz Neuner (Mitte, mit Hut) erklärt, dass die Quelle am längsten Quellbach liegt (Foto: Ruppert Zeiner)
Dr. Karl-Heinz Neuner (Mitte, mit Hut) erklärt, dass die Quelle am längsten Quellbach liegt (Foto: Ruppert Zeiner)
Winterstimmung am Weiher bei Liebenstadt (Foto: Ruppert Zeiner)
Winterstimmung am Weiher bei Liebenstadt (Foto: Ruppert Zeiner)
Dr. Karl-Heinz Neuner (Mitte, mit Hut) diskutierte im Schneetreiben mit Einheimischen über die Lage der Quelle der Kleinen Roth (Foto: Ruppert Zeiner)
Dr. Karl-Heinz Neuner (Mitte, mit Hut) diskutierte im Schneetreiben mit Einheimischen über die Lage der Quelle der Kleinen Roth (Foto: Ruppert Zeiner)
 

Wo brütet der Star zwei- oder dreimal und wo stehen Esskastanien?

Jahreshauptversammlung als Auftakt zum 30-jährigen Bestehen der gemeinsamen Ortsgruppe Heideck von BN und LBV

Freitag, 19. Januar 2018:

Bei der Jahreshauptversammlung der gemeinsamen Ortsgruppe Heideck von Bund Naturschutz (BN) und Landesbund für Vogelschutz (LBV) standen der Star und die Esskastanie als Vogel und Baum des Jahres im Mittelpunkt. Die Naturschützer werden anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens in diesem Jahr kein Fest veranstalten, sondern zu noch mehr Exkursionen einladen.

 

BN Ortsvorsitzende Gerlinde Grün-Harrer begrüßte die Mitglieder im evangelischen Gemeindehaus mit dem Satz: „Ich freue mich, dass heute ein paar neue Gesichter unter uns sind.“ Der Jahresrückblick von LBV Ortsvorsitzenden Ruppert Zeiner begann mit dem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder, insbesondere an Hans Beer, der seit der Gründung in der Vorstandschaft mitgearbeitet hatte.

 

Dann berichtete Zeiner über die einzelnen Aktivitäten des letzten Jahres: Winterwanderung nördlich von Altenheideck, Weiden- und Obstbaumschnitt am Schleichersbuck, Amphibienrettungsstellen bei Rambach, Laibstadt, Altenheideck und Tiefenbach, den Vortrag über Blühflächen mit der KAB von Hans Beer, die erfolgreiche Aufzucht von fünf Turmfalken,die mit der Webcam der Stadt Heideck im Rathaus beobachtet werden konnte, die Haus- und Straßensammlungen für BN und LBV, die nächtliche Exkursion ins Ziegenmelkerrevier beim ehemaligen Bundeswehrdepot, die gemeinsame Exkursion mit der Heimatkundlichen Sammlung Heideck ins Nördlinger Ries, die Veranstaltungen im Rahmen des Ferienprogramms, die Herbstarbeiten am Schleichersbuck, die Problematik des fehlenden Baumkonzepts für den Festplatz und noch viele andere Termine. „Beim 30-jährigen Jubiläum unserer Ortsgruppe in diesem Jahr werde wir statt einer großer Festveranstaltung vermehrt Exkursionen anbieten“, schloss Zeiner den Rückblick.

 

Reinhard Spörl konnte als BN Ortsgruppenkassier wieder einen soliden Kontostand präsentieren, den ihn Kassenprüfer Jakob Buckenlei bestätigte.

„Alle Einnahmen und Ausgaben für den LBV, sowie die Spenden der Amphibiensammler werden über die LBV Kreisgruppen-Konten abgerechnet,“ erklärte Zeiner, der als LBV Kreisvorsitzender für die Darstellung der Abrechnung zur Jahreshauptversammlung nach Schwabach einlud.

 

In seinen beliebten Vorträgen stellte Dr. Karl-Heinz Neuner diesmal die Esskastanie als Baum und den Star als Vogel des Jahres vor. Die Esskastanie ähnelt als Baum zwar der bekannteren Roßkastanie. Die Blätter und die Früchte lassen sich aber eindeutig unterscheiden. Die Edel- oder Esskastanie bevorzugt warme Gebiete und saure Böden. In unserer Gegend ist sie selten und frostempfindlich. „Am Offenbrunn wurden vor ca. 5 Jahren einige Esskastanien mit Schülern gepflanzt,“ ergänzte Evi Schultheiß.

 

Den Star stellte Neuner als geselligen Vogel mit einem vielfarbigen Federkleid vor. Ursprünglich war dieser Vogel ein Baumbrüter. Als Kulturfolger wurde er bei uns standorttreu. Sein Gelege mit fünf türkisgrünen Eiern ist ähnlich dem der Amsel. Im Unterschied zu ihr, die am Boden hüpft, schreitet der Star. Jungstare vergesellschaften sich zu Trupps, die gerne in Kirschgärten und Obstplantagen einfliegen. Als Stimmenimitator beherrscht der Star ein großes Spektrum. Angefangen von anderen Vogelarten, wie Pirol bis hin zu den unterschiedlichsten Handy-Klingeltönen reichen seine Rufe.

 

Statt der Vertreter der BN Kreisgruppe informiert Evi Schultheiß als Kreisheimatpflegerin über die Drei-Felder-Bewirtschaftung beim Keltendorf nahe Landersdorf. Auf Initiative von Karl-Heinz Donth von der BN Kreisgruppe werden dort auch historische Ackerwildkräuter ausgesät. Die offizielle Eröffnung findet im Juni diesen Jahres statt.

 

Zeiner informiert aus der LBV Kreisgruppe, dass die Amphibienrettung nun an 13 Stellen im Landkreis betrieben wird. Für das Wiedehopf- und Wendehals-Projekt gab es den Umwelt-Förderpreis der Stadt Schwabach. Das Alteichenprojekt in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Mittelfranken geht weiter. So wird um die Alteichen beim Schloß Kreuth der konkurrierende Aufwuchs unter dem Kronendach entfernt. Philipp Weinhardt wird die Fließgewässer auf Flußkrebse untersuchen. Letztendlich will die LBV Kreisgruppe noch wissen, wo der Star zweimal und wo sogar dreimal brütet.

 

Abschließend stelle Gerlinde Grün-Harrer das Jahresprogramm 2018 mit den fünf Exkursionen in die nähere und weitere Umgebung vor.

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
zum Anfang
Mitglied werden
LBV Naturshop
LBV QUICKNAVIGATION