Wo entspringt die Kleine Roth?

Erste Exkursion anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der gemeinsamen Ortsgruppe Heideck von BN und LBV

Sonntag, 21. Januar 2018:

Wo sind die Quellen der Kleinen Roth? Diese Frage wollte Karl-Heinz Neuner den Teilnehmern der traditionellen Winterwanderung der gemeinsamen Ortsgruppe Heideck von Bund Naturschutz und Landesbund für Vogelschutz beantworten. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens ihrer Ortsgruppe in diesem Jahr, bieten die Naturschützer statt einer Festveranstaltung mehrere Exkursionen an.

 

Bei der Begrüßung der zahlreich erschienen Teilnehmer durch Ortsgruppenvorsitzenden Ruppert Zeiner am Sonntagnachmittag setzte ein Schneetreiben ein, das einer Winterwanderung alle Ehre machte. Die Kleine Roth hat zwei Quellbäche und zahlreiche Quellen, die zwischen Liebenstadt, Mannholz und dem Nordwesthang des Schloßberges entspringen. Vom Weiher westlich von Liebenstadt führte Karl-Heinz Neuner die Gruppe zunächst in südliche Richtung. „Für mich führt der längste Quellbach zur Quelle der Kleinen Roth", definierte Neuner sein Ziel. Doch wo mag dies nur sein? Unterwegs entstanden interessante Diskussionen mit Einheimischen, die sich noch an Ausflüge mit ihren Lehrern dorthin erinnerten. Auch für die Deutung des Namens gab es mehrere Erklärungsversuche. Entweder könnte der Name auf die rote Farbe des Sandsteins hinweisen, wo die Quellen entspringen. Oder darauf, dass sie östlich von Oberrödel in die Roth mündet, die dann auch durch Roth fließt. Auf den verschneiten Fluren entdeckten die Wanderer verschiedene Tierspuren, die Neuner anschaulich zu erklären wusste.

 

„Die alte Heerstraße führt von Haag auf der West- und Nordseite um den Schloßberg und dann geradeaus auf Heideck zu", berichtete Kreisheimatpflegerin Evi Schultheiß. Wenige Meter westlich dieser alten Heerstraße, am Westrand des Schlossbergs, liegt ein kleines Quellgebiet. Für Neuner reicht aber der Quellbach noch etwas weiter hangaufwärts. „Und dort ist für mich die Quelle der Kleinen Roth“, begründete er seine Behauptung. Er hatte nämlich zuvor die Längen der Quellbäche aus der topografischen Karte heraus gemessen. „Das sind 30 Meter mehr als zu den Weihern bei Mannholz, wo der andere Quellbach entspringt", erklärte Neuner. Dies führte aber wieder zu Zweifeln und Diskussionen in der Gruppe. Auf dem Rückweg durch den Schluchtenwald gelangten die Wanderer zu einer malerischen Quelle, die aus dem Sandstein entspringt. Dies war nun für einige die richtige Quelle der Kleinen Roth. Ist diese Stelle doch auch als Quelle in der topografischen Karte verzeichnet. So hat der Ursprung der Kleinen Roth nach wie vor mehrere Quellen.

Dr. Karl-Heinz Neuner (Mitte, mit Hut) erklärt, dass die Quelle am längsten Quellbach liegt (Foto: Ruppert Zeiner)
Dr. Karl-Heinz Neuner (Mitte, mit Hut) erklärt, dass die Quelle am längsten Quellbach liegt (Foto: Ruppert Zeiner)
Winterstimmung am Weiher bei Liebenstadt (Foto: Ruppert Zeiner)
Winterstimmung am Weiher bei Liebenstadt (Foto: Ruppert Zeiner)
Dr. Karl-Heinz Neuner (Mitte, mit Hut) diskutierte im Schneetreiben mit Einheimischen über die Lage der Quelle der Kleinen Roth (Foto: Ruppert Zeiner)
Dr. Karl-Heinz Neuner (Mitte, mit Hut) diskutierte im Schneetreiben mit Einheimischen über die Lage der Quelle der Kleinen Roth (Foto: Ruppert Zeiner)
 

Wo brütet der Star zwei- oder dreimal und wo stehen Esskastanien?

Jahreshauptversammlung als Auftakt zum 30-jährigen Bestehen der gemeinsamen Ortsgruppe Heideck von BN und LBV

Freitag, 19. Januar 2018:

Bei der Jahreshauptversammlung der gemeinsamen Ortsgruppe Heideck von Bund Naturschutz (BN) und Landesbund für Vogelschutz (LBV) standen der Star und die Esskastanie als Vogel und Baum des Jahres im Mittelpunkt. Die Naturschützer werden anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens in diesem Jahr kein Fest veranstalten, sondern zu noch mehr Exkursionen einladen.

 

BN Ortsvorsitzende Gerlinde Grün-Harrer begrüßte die Mitglieder im evangelischen Gemeindehaus mit dem Satz: „Ich freue mich, dass heute ein paar neue Gesichter unter uns sind.“ Der Jahresrückblick von LBV Ortsvorsitzenden Ruppert Zeiner begann mit dem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder, insbesondere an Hans Beer, der seit der Gründung in der Vorstandschaft mitgearbeitet hatte.

 

Dann berichtete Zeiner über die einzelnen Aktivitäten des letzten Jahres: Winterwanderung nördlich von Altenheideck, Weiden- und Obstbaumschnitt am Schleichersbuck, Amphibienrettungsstellen bei Rambach, Laibstadt, Altenheideck und Tiefenbach, den Vortrag über Blühflächen mit der KAB von Hans Beer, die erfolgreiche Aufzucht von fünf Turmfalken,die mit der Webcam der Stadt Heideck im Rathaus beobachtet werden konnte, die Haus- und Straßensammlungen für BN und LBV, die nächtliche Exkursion ins Ziegenmelkerrevier beim ehemaligen Bundeswehrdepot, die gemeinsame Exkursion mit der Heimatkundlichen Sammlung Heideck ins Nördlinger Ries, die Veranstaltungen im Rahmen des Ferienprogramms, die Herbstarbeiten am Schleichersbuck, die Problematik des fehlenden Baumkonzepts für den Festplatz und noch viele andere Termine. „Beim 30-jährigen Jubiläum unserer Ortsgruppe in diesem Jahr werde wir statt einer großer Festveranstaltung vermehrt Exkursionen anbieten“, schloss Zeiner den Rückblick.

 

Reinhard Spörl konnte als BN Ortsgruppenkassier wieder einen soliden Kontostand präsentieren, den ihn Kassenprüfer Jakob Buckenlei bestätigte.

„Alle Einnahmen und Ausgaben für den LBV, sowie die Spenden der Amphibiensammler werden über die LBV Kreisgruppen-Konten abgerechnet,“ erklärte Zeiner, der als LBV Kreisvorsitzender für die Darstellung der Abrechnung zur Jahreshauptversammlung nach Schwabach einlud.

 

In seinen beliebten Vorträgen stellte Dr. Karl-Heinz Neuner diesmal die Esskastanie als Baum und den Star als Vogel des Jahres vor. Die Esskastanie ähnelt als Baum zwar der bekannteren Roßkastanie. Die Blätter und die Früchte lassen sich aber eindeutig unterscheiden. Die Edel- oder Esskastanie bevorzugt warme Gebiete und saure Böden. In unserer Gegend ist sie selten und frostempfindlich. „Am Offenbrunn wurden vor ca. 5 Jahren einige Esskastanien mit Schülern gepflanzt,“ ergänzte Evi Schultheiß.

 

Den Star stellte Neuner als geselligen Vogel mit einem vielfarbigen Federkleid vor. Ursprünglich war dieser Vogel ein Baumbrüter. Als Kulturfolger wurde er bei uns standorttreu. Sein Gelege mit fünf türkisgrünen Eiern ist ähnlich dem der Amsel. Im Unterschied zu ihr, die am Boden hüpft, schreitet der Star. Jungstare vergesellschaften sich zu Trupps, die gerne in Kirschgärten und Obstplantagen einfliegen. Als Stimmenimitator beherrscht der Star ein großes Spektrum. Angefangen von anderen Vogelarten, wie Pirol bis hin zu den unterschiedlichsten Handy-Klingeltönen reichen seine Rufe.

 

Statt der Vertreter der BN Kreisgruppe informiert Evi Schultheiß als Kreisheimatpflegerin über die Drei-Felder-Bewirtschaftung beim Keltendorf nahe Landersdorf. Auf Initiative von Karl-Heinz Donth von der BN Kreisgruppe werden dort auch historische Ackerwildkräuter ausgesät. Die offizielle Eröffnung findet im Juni diesen Jahres statt.

 

Zeiner informiert aus der LBV Kreisgruppe, dass die Amphibienrettung nun an 13 Stellen im Landkreis betrieben wird. Für das Wiedehopf- und Wendehals-Projekt gab es den Umwelt-Förderpreis der Stadt Schwabach. Das Alteichenprojekt in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Mittelfranken geht weiter. So wird um die Alteichen beim Schloß Kreuth der konkurrierende Aufwuchs unter dem Kronendach entfernt. Philipp Weinhardt wird die Fließgewässer auf Flußkrebse untersuchen. Letztendlich will die LBV Kreisgruppe noch wissen, wo der Star zweimal und wo sogar dreimal brütet.

 

Abschließend stelle Gerlinde Grün-Harrer das Jahresprogramm 2018 mit den fünf Exkursionen in die nähere und weitere Umgebung vor.

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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